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Friedrich L. Sell war nach Professuren in Gießen (1991-1992) und Dresden (1992-1997) von Januar 1998 bis März 2020 Inhaber eines Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomik und Wirtschaftspolitik an der Universität der Bundeswehr München. Gegenwärtig ist er Dozent, Studienleiter und Mitglied im Vorstand der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie München e. V. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Geld- und Währungspolitik, Theorie und Politik der Einkommensverteilung sowie Themenstellungen aus der Makro- und der Arbeitsmarktökonomik. Er schreibt seit 1995 regelmäßig in deutschen und ausländischen Printmedien.

Eleganz: Zweiter Versuch!

Guten Morgen VWA!

Auf meinen Blog vor wenigen Wochen zum Thema „Eleganz“ habe ich zahlreiche Reaktionen bekommen. Ich gebe zu, die meisten waren kritisch bis sehr kritisch. Am weitesten ging die Bemerkung, der heutigen jungen Generation, also etwa der Y-Generation, sage dieser Begriff eigentlich nichts (mehr). Schon gar nicht könne „Eleganz“ ihnen als Tugend gelten. Genauer: Man wisse zwar, um was es bei der „Eleganz“ gehe, sie sei aber keine Kategorie, die dem eigenen Lebensgefühl hier und heute entspreche. Weder mündlich noch schriftlich käme die „Eleganz“ bei ihnen (noch) zum Sprach-Einsatz. Stattdessen sei ihnen z. Bsp. die Wendung von der „Coolness“ geläufig. Anderes wiederum bezeichnen sie als „krass“ (was eigentlich als Lob gemeint ist).

 

Meine erste Reaktion auf den Terminus „Coolness“ war wahrscheinlich wieder „old-fashioned“: Mir schoss Steve McQueen  - natürlich der 1980 viel zu früh an Krebs verstorbene US-amerikanische Schauspieler und nicht der aus der heutigen Modebranche sehr bekannte britische (?) Couturier (allerdings wird auf „Mode“ noch zurückzukommen sein) - durch den Kopf: Wohl zu recht nennt man Steve McQueen noch heute „King of Cool“ und einen der Erfinder des absolut minimalistischen Schauspielstils (den allerdings Alain Delon im Film „Le Samurai“ von 1967 vielleicht sogar schon etwas früher, angeleitet durch Jean Pierre Melville, entwickelt hat), der das „Method-Acting eines Lee Strasberg ad absurdum geführt hat. Wer es nicht glaubt, sollte sich mal „Bullitt“ aus dem Jahr 1968 anschauen (sorry, schon wieder so ein alter Film….). Noch vor kurzem hat eine US-amerikanische Autofirma mit Ausschnitten aus dem Film (Verfolgungsjagden quer durch San Francisco) für seine heutigen Produkte (war es ein Ford Mustang?) geworben. Ja, Steve McQueen war ein toller Typ und überaus cool, aber nicht unbedingt elegant. Warum auch? Das war für die von ihm gespielten Figuren gar nicht nötig, ja es hätte sogar aufgesetzt gewirkt.

Der Reihe nach: Wahr ist, dass der Begriff „Eleganz“ keineswegs aus unser Sprach-Umwelt ganz verschwunden ist. Wir finden ihn etwa in TV-Wettbewerben, wie „Let`s dance“, durchaus als Qualitätskriterium bei der Beurteilung von Tänzen bzw. Tänzern. Wir finden ihn natürlich auch auf dem Laufsteg (also in der Mode) in Paris, Mailand und an anderen Orten, ebenfalls als ein Maß für die Güte neuer Kollektionen. Wir finden ihn als Namen für Parfums teurer Duftmarken („Elegance“). Weitere Beispiele ließen sich leicht finden. Aber bringt uns das dem Kern unseres Themas näher? Wahrscheinlich nicht. Zwar heißt es bekanntlich in Faust II: „Am farbigen Abglanz haben wir das Leben“, aber die Substanz von Eleganz liegt wohl doch eher woanders.

Der Sport bringt uns der Sache näher. Man redet zweifellos von eleganten Sportarten und eben auch Sportlern. Dazu zählt etwa das Fechten (vor allem mit dem Florett, etwas weniger schon mit dem Degen). Deutschland hatte in dieser Disziplin in den letzten Jahrzehnten mehrfach Olympiasieger, fast alle aus der Talentschmiede in Tauberbischofsheim. Genauso kann man das Tennis erwähnen, der „weiße Sport“, der etwa in Spielern wie Michael Stich oder Roger Federer ausgesprochen elegante Vertreter ihrer Zunft hatte bzw. noch hat. Bei den Martial Arts (man denke etwa nur an Jean Claude van Damme oder an David Carradine) geht das Genre schon fast über vom Sport in die Kunst der Selbstverteidigung, beim Ballett schließlich sind wir endgültig bei der Kunst, etwa einer Pina Bausch oder eines Rudolf Nurejew, angelangt. Was ist nun der gemeinsame Nenner dieser eleganten Aktivitäten bzw. Akteure?

Es geht um Leichtigkeit, um scheinbare Mühelosigkeit in der fließenden Bewegung, hinter der große, ja größte Körperbeherrschung, viel Disziplin, hartes Training steckt. Man könnte auch sagen: viel Arbeit. Nur: Der Zuschauer soll gar nicht wissen, nicht einmal erahnen, wieviel Arbeit eingeflossen ist in das präsentierte Ergebnis. 

Eine wichtige Konsequenz bzw. Schlussfolgerung könnte also lauten: Eleganz ist eine Art von subtilem Understatement („Mehr sein als scheinen“) und wenn letzteres eine Tugend ist, dann ist es die Eleganz wohl auch. So weit, so gut. Das Ganze  hat aber noch einen kleinen Schönheitsfehler. Denn es wäre unredlich zu unterschlagen, dass es auch so etwas wie eine „angeborene Eleganz“ gibt, die man weder lernen noch trainieren kann oder muss.

Man findet sie bei Schauspielern wie Cary Grant oder George Clooney, aber auch bei zeitgenössischen (über Richard v. Weizsäcker hatte ich schon vor einem Monat berichtet) Politikern, wie Barack Obama oder Emmanuel Macron. Elegant ist schon ihre Erscheinung, ihr Auftreten, ihre Sprache, in einem Wort: Ihre Aura. Gerade in der Politik verwechseln ihre Gegner deren  Eleganz gerne mit fehlender Härte oder mangelndem Durchsetzungsvermögen. Da hat dann schon mal der eine oder andere mit dem eleganten Gegenüber eine Überraschung erlebt und nicht gerade zum eigenen Vorteil!

 

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